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Eine Hülle wie eine zweite Haut

Hausverkleidung aus Lochblech

Für einen Architekturpreis muss man sich schon etwas einfallen lassen. Zum Beispiel eine Hausverkleidung, die wie eine zweite Haut wirkt. Einen solchen Effekt kann man mit Lochblech aus Aluminium erzielen. Damit sind der gestalterischen Freiheit keine Grenzen gesetzt. Ein ganz unkonventionelles Material, das Architekten zu den tollsten Ideen inspiriert.

Schön verhüllt ist halb gewonnen

Das Mailänder Architekturstudio DAP wurde beauftragt, das ehemalige Oratorium im italienischen Städtchen Lonate für die öffentliche Bibliothek nutzbar zu machen. „Am Ende mussten wir die Restaurierung mit einem Anbau ergänzen“, erläutern Paolo Danelli und Elena Sacco von DAP. „Dieser ist komplett mit 3 mm dickem MEVACO Lochblech Rg 10-25,98 mit runden, linear gestanzten Löchern verkleidet. Eine Hülle, die wie eine zweite Haut wirkt.“ Dafür erhielt DAP den renommierten Architekturpreis „Philip Rotthier“.

Wie lange das ehemalige Oratorium San Michele im lombardischen Städtchen Lonate nicht mehr als Kapelle benutzt wurde, weiß keiner so genau. Irgendwann münzte man es zur Bücherei um, die im Laufe der Jahre mit mehreren kleineren containerartigen Gebäudeteilen für die Haustechnik ergänzt wurde. Im Jahr 2006 blickten die Stadtväter von Lonate auf einen Schandfleck inmitten des historischen Ortskerns und fassten den Entschluss zur Generalsanierung. Mit dieser Aufgabe wurde das Mailänder Architekturbüro DAP betraut.

Historisches Gebäude trifft moderne Architektur

Die beiden Gründer von DAP, Elena Sacco und Paolo Danelli, erinnern sich: „Uns wurde schnell klar, dass die Sanierung gravierende Eingriffe in das historische Gebäude nötig machen würden. Um diese so gering wie möglich zu halten, schlugen wir der Stadt vor, dem Oratorium ein zweites Gebäude zur Seite zu stellen. Die Verantwortlichen begrüßten den Vorschlag. Zusätzlich beauftragten sie uns mit der Gestaltung der Innenausstattung.“ Zunächst aber musste das neue Gebäude gebaut werden, und dafür entwickelten Elena Sacco und Paolo Danelli einige außergewöhnliche Ideen.

Unsichtbare Fugen für eine einheitliche Fassade

„Damit es wirkt, als sei die ganze Fassade eine einheitliche Fläche, verkleideten wir das neu erbaute Haus mit MEVACO Lochblech. Zum Einsatz kam die Lochung Rg 10-25,98 mit 3 mm Materialstärke und runden, geradreihigen Löchern“, erklärt Elena Sacco. „Dafür mussten wir eine Unterkonstruktion aus Metallrahmen in möglichst geringem Abstand auf die weiße Außenwand des Anbaus montieren, damit wir die Lochbleche so anfügen konnten, dass die Fugen so gut wie unsichtbar waren. Zuerst berechneten wir die natürliche Ausdehnung der Platten bei Wärme und Kälte. Danach entschieden wir uns für Bleche mit 3 Millimeter Stärke. Damit konnten wir verhindern, dass sich Platten biegen oder verziehen.“

Bei Lichteinfall Wolkengebilde

Wie eine zweite Haut umschließt die MEVACO Lochblechverkleidung das Gebäude, selbst an Fenstern und Türen. Für diese haben sich die Architekten etwas Besonderes einfallen lassen: „Hier veränderten wir die Lochbleche nach einer zuvor erstellten Designvorlage“ führt Elena Sacco aus. „Mit Hilfe der Dynamic Waterjet-Technik vergrößerten wir die Löcher. Insgesamt 20 Lochblechplatten bearbeiteten wir künstlerisch auf diese Art und Weise. Nun erscheinen sie bei Lichteinfall wie Wolkengebilde. “

Energieeffiziente Gestaltungsideen

Doch waren Gestaltungsideen nicht die einzigen Gründe für die Architekten, auf MEVACO Lochbleche zurückzugreifen. „Wir legen einen großen Wert auf effizientes Energiemanagement“, erklärt Elena Sacco. „In diesem Fall besteht das Gebäude aus der Zementschale mit einer Isolierschicht aus Holzwolle sowie der luftdurchlässigen Fassade aus MEVACO Lochblech. Außerdem gibt es ein Belüftungssystem gegen Feuchtigkeit unter dem Fußboden sowie eine thermodynamische Heizung mit Klimaanlage. Damit ist das Haus perfekt isoliert.“ Proportional passt das neue Gebäude in klaren Bezügen zum historischen Oratorium. Kein Wunder, haben die Menschen in Lonate ihre generalsanierte Bibliothek begeistert aufgenommen. Mittlerweile reisen Architekturtouristen aus der ganzen Welt an, um das Zwillingsgebäude zu bewundern, das inzwischen auch ausgezeichnet wurde: 2011 erhielten Elena Sacco und Paolo Danelli den Architekturpreis „Philip Rotthier“ und wurden für den Mies Van der Rohe-Preis nominiert.

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