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Goldene Zeiten in Graz

Wenn ein Wohnhaus Glanzlichter setzt

Ein Traum, der wahr wurde, in einer Stadt, die für solche Träume wie geschaffen ist: seit Graz, Landeshauptstadt der Steiermark und zweitgrößte Stadt Österreichs, im Jahr 2003 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde, sprießen die spannenden Gebäude nur so aus dem Boden: Das Kindermuseum in der Friedrichgasse, das Kunsthaus, das Wohnbauprojekt Rondo oder Ben van Berkel´s Mumuth an der Kunstuniversität. Diesem Reigen zeitgenössischer Glanzlichter der Architektur fügte Architekt Karl Valentin Schwarzl vom Büro PLANAS mit Unterstützung von S. Jaritz Stahlbau & Montage GmbH und Projektleiter Robert Wurzinger ein besonderes Highlight hinzu: sein Gebäude golden skin sorgt in schwieriger städtebaulicher Lage nicht nur für ein gestalterisches Ausrufezeichen, sondern auch für den in der schnell wachsenden Stadt dringend benötigten Wohnraum. Zum Einsatz kamen 800 Quadratmeter MEVACO Streckmetall aus Stahl für die goldene Hülle sowie 550 Quadratmeter MEVACO Streckmetall aus Aluminium für die Balkongeländer.

Zeitlose Kolorierung für zeitlose Architektur

„Ich baue für die Benutzer“, betont Architekt Karl Valentin Schwarzl vom Büro PLANAS im österreichischen Gratwein. Um mit einem Lächeln hinzuzufügen: „Dabei darf trotzdem zeitlose Architektur entstehen, die Wohnträume verwirklicht.“ Nur was ist zeitlose Baukunst? Darüber wird seit Menschengedenken diskutiert. „Funktionales Design“, meinen die Einen, „unverkennbare Ästhetik“, sagen die Anderen. Karl Valentin Schwarzl hat dem Gelehrtenstreit im Grazer Stadtteil St. Peter einen revolutionären Aspekt hinzugefügt: „Hier drückt die Farbe der Architektur den Stempel auf“, sagt er. „Beim Gebäude in der Brucknerstraße arbeiteten wir mit der zeitlosesten Kolorierung der Menschheit überhaupt: mit Gold.“

Für Menschen, die von Architektur oft nicht berücksichtigt werden

Genauer gesagt mit 800 Quadratmeter 2mm starkem MEVACO Streckmetall aus Stahl, Raute 100x40x10, nachträglich pulverbeschichtet in goldfärbig. So entstand ein Haus, das es versteht, der an spektakulären Gebäuden reichen Landeshauptstadt ein Glanzlicht zu schenken. Seit Graz 2003 den Titel Europäische Kulturhauptstadt verliehen bekam, geben sich hier die renommierten Architekten die Klinke in die Hand. Auf diese Weise entstand bahnbrechende zeitgenössische Architektur wie das neue Kindermuseum, das Kunsthaus, das Wohnbauprojekt Rondo oder Ben van Berkel´s Mumuth an der Kunstuniversität. Karl Valentin Schwarzl schmunzelt bei der Aufzählung: „Ich mache ja eher kleine und feine Sachen“, sagt er. „Wie Kindergärten, Schulen, oder Häuser für den sozialen Wohnungsbau. Wenn man so will, kümmert sich PLANAS um Architektur für Menschen, die sonst selten von der Architektur berücksichtigt werden.“

Die Stadt braucht Wohnungen, golden skin liefert sie

Ein Satz, dem der Beweis auf dem Fuß folgt: denn tatsächlich sorgt das golden skin in schwieriger städtebaulicher Lage für den dringend benötigten Wohnraum in der schnell wachsenden Stadt. „Die Gegend war nicht einfach zu bebauen“, erläutert der Architekt. „Zum einen gibt es die stark befahrene St. Peter-Hauptstraße, zum anderen einfache Wohnbauten in nächster Nähe. Wir haben daher die Zugänge zum Gebäude auf der Nordseite angebracht, und das Haus zum Süden hin geöffnet. Die umspannende goldene Hülle schirmt es optisch zur Straße ab und sorgt dafür, dass wir innen viel Gestaltungsfreiraum für die Wohnungen zur Verfügung haben. Dazu regt sie zum Nachdenken an. Die Passanten fragen sich neugierig: was steckt dahinter?“

Ein Projekt, von langer Hand geplant

Bevor es überhaupt zu dieser Frage kommen kann, war Arbeit nötig, und zwar harte Arbeit. Einige Zeit dauerte Planung und Umsetzung, und in dieser Zeit avancierte Robert Wurzinger zum „Man of the match“. Der Sachverständige für Stahlbau und Schlosserarbeiten wurde von der federführenden Firma S. Jaritz Stahlbau & Montage als Projektleiter ins Rennen geschickt. Robert Wurzinger erinnert sich: „Baustart war im Sommer 2015, ein Jahr später feierten wir bereits die Fertigstellung. Es galt, straffe kalkulatorische Vorgaben einzuhalten und dabei viele technische Herausforderungen zu meistern.“

Enge Verzahnung zwischen Werkstatt und Planung

Zu diesen gehörte ein fehlender Polierplan für die Hülle, um die maßstabsgetreue Ausführung von Grundriss, Schnitten, Ansichten und Details wiederzugeben. „Aus diesem Grund wurde ein Großteil der dreidimensional gebogenen Fassade mit einem 3D-CAD-Programm geplant“, führt Robert Wurzinger aus. „Schaut man sich das Gebäude an, erkennt man deutlich den auskragenden Vorderteil. Dort stößt die gebogene Fassade auf eine geneigte konische Fläche. Dieser Teil musste in der Werkstatt von S. Jaritz Stahlbau & Montage zusammengebaut werden. Das erforderte eine enge Verzahnung zwischen Herstellung und Planungsbüro.“

Eine schnelle Lieferung der Streckmetalle war nötig

Dabei kam MEVACO ins Spiel. „Wir hatten ja nur ein Jahr Bauzeit“, fährt Robert Wurzinger fort. „MEVACO war in der Lage, die große Menge an Streckmetallen schneller zu liefern als die Konkurrenz. Das war für uns ein starkes Argument.“ Neben den 800 Quadratmetern MEVACO Streckmetall für die goldene Hülle waren das noch weitere 550 Quadratmeter 2mm starkes MEVACO Streckmetall aus Aluminium, Raute 110x52x24, nachträglich pulverbeschichtet, für die Balkone. Währenddessen wurde auf der Baustelle bereits eine solide Unterkonstruktion aus Formrohr für die goldene Hülle mit rostfreien Spreizankern auf Betonkonsolen montiert. Nach Lieferung des Streckmetalls mussten sämtliche farbigen Oberflächen noch pulverbeschichtet werden. „Erst danach haben wir das Streckmetall auf umlaufende, nicht miteinander verbundene und vorgebohrte Flachstähle geschweißt“, erklärt Robert Wurzinger, „und diese anschließend mit Bohrschrauben auf die Unterkonstruktion geschraubt.“

Die elastischen Eigenschaften von Streckmetall bleiben erhalten

Um Setzungen und Längenänderungen ausgleichen zu können, war es notwendig, die vertikale Unterkonstruktion geschossweise mit Einschüben zu fertigen. „Damit waren wir in der Lage eventuelle Fertigungstoleranzen auszugleichen“, sagt Robert Wurzinger. „Aus demselben Grund versahen wir das Streckmetall mit einem umlaufenden Rahmen, der an den Ecken nicht verschweißt wurde. Auf diese Weise bleibt uns die federnd-elastische Eigenschaft des Streckmetalls erhalten.“

Das Lob des Architekten

Da S. Jaritz Stahlbau & Montage GmbH und Robert Wurzinger alle technischen und koordinatorischen Herausforderungen innerhalb des Zeit- und Kostenplans meisterten, lässt auch das Lob des Architekten nicht lange auf sich warten. „Die haben das perfekt hingekriegt“, bestätigt Karl Valentin Schwarzl, und fügt hinzu: „Für alle Beteiligten ist das golden skin der Beweis dafür, dass wir auch im Wohnungsbau mit seinen knappen Budgets architektonische Ausrufezeichen setzen können.“