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Ein Brunnen mit MEVACO Streckmetall

Alte Tradition im modernen Gewand

An einem geschichtsträchtigen Ort einen einzigartigen Brunnen zu entwerfen und zu bauen, gehört zu den Höhepunkten der Karriere von Matthias Heymann, seit 2013 einer von zwei Geschäftsführern der Artesia GmbH in Augustdorf. Im niederländischen Vaals, nahe dem Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und Holland, und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zur Residenzstadt Aachen, wurde das ehemalige Tuchmacherhaus Clermont von Grund auf saniert. Der zwischen den Gebäuden entstandene Brunnen mit seiner wellenförmigen Oberfläche aus 1,0 Millimeter starkem MEVACO Edelstahl Streckmetall Raute 110x52x24 vermittelt auf anschauliche Art und Weise die dort über viele Jahrhunderte betriebene Tradition der Tuchspinnerei.

Wenn aus einem Tuchmacherhaus das Rathaus wird

Wer in Aachen, vom frühen Mittelalter bis zur Reformation Krönungsort römisch-deutscher Könige und Kaiser, das Viertel Vaalserquartier aufsucht, um dort die Grenze nach Holland zu überqueren, erreicht schon nach wenigen Minuten das Städtchen Vaals. Dort wurde das ehemalige Tuchmacherhaus Clermont, das heute nun als Rathaus genutzt wird, unter Berücksichtigung der Originalpläne von 1761 aufwändig saniert. Dabei verzichteten die Bauherren auf den Wiederaufbau des in den Dreißigerjahren abgerissenen Färbereiflügels, werteten dafür aber die verbliebene Dreiflügelanlage mit einem ganz besonderen Brunnen auf. „Es gab eine Ausschreibung der Landschaftsarchitekten Club L 94 aus Köln“, sagt Matthias Heymann, einer von zwei Geschäftsführern der Artesia GmbH in Augustdorf, „die wir mit unserem Konzept für uns entscheiden konnten.“

Der Brunnen simuliert kochendes Wasser

Die Idee der Landschaftsarchitekten von Club L 94, kochendes Wasser, das früher beim Tuchfärben verwendet wurde, durch einen Sprudeleffekt zu simulieren, war eine technische Herausforderung. „Dafür montierten wir eine Pumpenkammer mit der notwendigen Wassertechnik unterhalb der Platzfläche“, so Matthias Heymann. „Die darin installierten Pumpen saugen Wasser aus dem Reservoir der Kammer an und fördern es über Rohrleitungssysteme ins Edelstahlbecken. Diese Umwälzung ist zusammen mit einem automatischen Dosiersystem für die Wasseraufbereitung zuständig, also für klares und algenfreies Wasser. Ein Seitenkanalverdichter, den wir im Technikschacht verbauten, sorgt dann für den gewünschten Sprudeleffekt.“

Über dem Wasser schwebt ein Tuch … aus Streckmetall

Das war aber noch nicht alles. „Die Leute von Club L 94 dachten darüber nach, über dem sprudelnden Wasser mit Hilfe von Streckmetall gefärbte Tücher nachzubilden. Es war nicht einfach, dafür das richtige Material zu finden.“ Am Ende der Suche wurde man bei MEVACO fündig: 1,0 Millimeter starkes MEVACO Edelstahl Streckmetall Raute 110x52x24 erfüllte die gewünschten technischen Voraussetzungen. „Im Springbrunnenbau werden ohne Ausnahme korrosionsbeständige Materialien eingesetzt, also PE- oder PVC-Leitungen sowie Edelstahl. Damit schieden andere Metalle schon einmal aus. Trotzdem musste unser Wunschprodukt biegsam sein, gleichzeitig aber auch sehr stabil. Mit dem einen Millimeter starken Streckmetall bekamen wir das Biegen gut in Griff. Um Stabilität zu erzeugen, baute unser Werkstattteam eine Unterkonstruktion aus Laserteilen in derselben Wellenform. Damit verschweißten und verschraubten wir das gebogene Streckmetall. Die gesamte Installation wird durch ihr Eigengewicht in Position gehalten.“

Sicherheit wird groß geschrieben

„Der Effekt ist verblüffend: wie ein Tuch, das gerade gefärbt wird, schwingen sich 60 m² MEVACO Streckmetall über dem Brunnen. „Bei Arbeiten im öffentlichen Raum hat ja stets die Sicherheit oberste Priorität“, sagt Matthias Heymann. „Daher haben wir an alle Kanten weitere Laserteile verschweißt, um jegliche Verletzungsgefahr von vornherein auszuschließen. Auch wenn die Installation nicht betreten werden soll, haben wir sie trittsicher ausgeführt. Man weiß ja nie!“

Schauwerte in der Nacht

Aus dem Rathaus von Vaals wurde der Wunsch an die Erbauer herangetragen, als Farbgebung sattes Rot zu verwenden. Dieses Rot findet sich in Flagge und Wappen der Stadt wieder, wo neben dem Limburgischen Löwen auch der heilige Lambert von Lüttich zu sehen ist. „Grundsätzlich ist es ja möglich, sämtliche RAL-Farbtöne zu erzielen, wenn man das Streckmetall entsprechend pulverbeschichtet“, so Matthias Heymann. Nicht nur tagsüber wurde der Brunnen auf diese Weise zum Besuchermagneten. Auch nächtliche Gäste finden sich ein, angezogen von einer weiteren Überraschung: „Um auch nach Einbruch der Dunkelheit den Effekt des kochenden Wassers mit dem darüber gebreiteten Tuch zu bieten, montierten wir umlaufend in der Seitenwand des Beckens eine LED-Unterwasserlichtleiste, bei der wir verschiedene Farben einstellen können“, erläutert der Brunnenbauer.

Grenzen, die keine mehr sind

Und wie verlief die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg? „Für uns macht es keinen Unterschied mehr, ob wir in Deutschland oder Holland arbeiten“, antwortet Matthias Heymann. „Wir gehören zum deutsch-niederländischen Kommunalverband Euregio, der auch unserem Gewerbe einige Vorteile bringt. Natürlich sind Vorschriften und Richtlinien noch immer von Land zu Land verschieden, aber auch darauf sind wir vorbereitet. In Vaals hat jedenfalls alles wieder sehr gut geklappt.“

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