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01.01.2015

Eine zweite Haut aus Lochblech

Schon lange wurde das Oratorium San Michele im lombardischen Städtchen Lonate nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion benutzt. Lange Zeit stand es leer, dann sicherte sich die Stadtbücherei die freien Räume. Nach und nach ergänzten immer mehr kleinere containerartige Gebäudeteile für die Haustechnik den Platz im historischen Zentrum des Ortes. 2006 zogen die Stadtväter die Reißleine und gaben dem Mailänder Architekturbüro DAP den Auftrag zur Generalsanierung.

„Schnell wurde schnell klar, dass die Sanierung gravierende Eingriffe in das historische Gebäude nötig machen würden. Um sie so gering wie möglich zu halten, schlugen wir der Stadt vor, dem Oratorium ein zweites Gebäude zur Seite zu stellen, um Toiletten, Haustechnik und Zusatzräume unterzubringen. Die Verantwortlichen begrüßten den Vorschlag. Zusätzlich beauftragten sie uns mit der Gestaltung der Innenausstattung, was sich als Glückfall erwies, weil wir so die Innenausstattung den Charaktereigenschaften des Gebäudeensembles anpassen konnten.“ Für den Bau des neuen Hauses entwickelten Elena Sacco und Paolo Danelli einige außergewöhnliche Ideen: „Wir standen vor dem Problem, dem originalen Charakter des Oratoriums eine Aufwertung verschaffen zu müssen“, erklärt Elena Sacco. „Die Grundidee war, eine Dialektik des Zusammenspiels zu finden und die Proportionen in klaren Bezügen aufeinander abzustimmen: So beträgt beispielsweise die Breite des neuen Hauses exakt die Hälfte des bestehenden Gebäudes und der Schrägdachansatz beginnt am Gesims zwischen 1. und 2. Stock des Oratoriums. Eine holzverkleidete Verbindung im 1. Stock sorgt für den problemlosen Zugang.“ Dazu sollte der Neubau eine einheitliche Fläche bekommen. „Deshalb fassten wir den Entschluss, das Haus komplett mit Lochblech zu verkleiden“, so die Architektin. „Zum Einsatz kamen 3 mm starke MEVACO Lochbleche Rg 10-25,98 runden, linear gestanzten Löchern.“ Dafür galt es einige technische Herausforderungen zu meistern. „Durch den Einfluss von Wärme und Kälte können sich Lochbleche verziehen. Deshalb berechneten wir die natürliche Ausdehnung bei unterschiedlichen Temperaturen. Das führte zur Entscheidung, dickere Bleche mit 3 Millimeter Stärke zu verwenden. Als nächstes montierten wir eine Unterkonstruktion aus Metallrahmen in möglichst geringem Abstand auf die weiße Außenwand. Jetzt konnten wir die Lochbleche nahezu ohne sichtbare Fugen aneinander reihen. Die Lochung selbst sorgt dafür, dass die minimalen Restfugen nicht mehr zu sehen sind.“ Damit umschließt die
MEVACO Lochblech-Verkleidung das gesamte Gebäude wie eine zweite Haut, selbst Fenster und Türen wurden nicht ausgespart. Im Gegenteil: Dafür haben sich die Architekten etwas Besonderes einfallen lassen: „An den Fenstern und der Tür veränderten wir die Lochbleche nach einer zuvor erstellten Designvorlage“ führt Elena Sacco aus. „Mit Hilfe der Dynamic Waterjet-Technik vergrößerten wir die Löcher. Die von uns entworfene Abstraktion erinnert an Wolken. Insgesamt haben wir 20 Lochblechplatten auf diese Art und Weise künstlerisch bearbeitet.“ Doch waren die Gestaltungsideen nicht die einzigen Gründe für die Architekten, auf MEVACO Lochbleche zurückzugreifen. „Wir legen immer großen Wert auf ein effizientes Energiemanagement“, erklärt Elena Sacco. „In diesem Fall besteht das neue Gebäude zum einen aus der Zementschale mit einer Isolierschicht aus Holzwolle, zum anderen aus der luftdurchlässigen Fassade mit MEVACO Lochblech. Dazu gibt es ein Belüftungssystem gegen Feuchtigkeit unter dem Fußboden sowie eine thermodynamische Heizung mit Klimaanlage. Damit ist das Haus perfekt isoliert.“ Kein Wunder, haben die Menschen in Lonate ihre generalsanierte Bibliothek begeistert aufgenommen. Neu ist für sie, dass mittlerweile Architekturtouristen aus der ganzen Welt anreisen, um das Zwillingsgebäude zu bewundern. Auch die Jury des Architekturpreises „Philip Rotthier“ wusste die Arbeit zu würdigen: Im Jahr 2011 zeichnete sie Elena Sacco und Paolo Danelli mit diesem renommierten Preis aus.

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